Papierschöpferei

 

Die Papierschöpferei ist eine Werkstatt für Menschen mit höherem Assistenz- bedarf. Ihre geringe Gruppengröße von maximal zehn Mitarbeiter*innen ermöglicht es den Gruppenmitgliedern, in vergleichsweise ruhiger und geschützter Atmosphäre ihren festen Platz in der Gruppe und im Erlernen des Handwerks zu finden. Das Papierschöpfen bietet dabei viele Zwischenschritte ganz unterschiedlichen Anspruchs: es beginnt beim Zerkleinern von Papierresten, die mit Wasser zu Pulpe weiter verarbeitet, geschöpft, gepresst und getrocknet werden. Aus den fertigen neuen Schöpfbögen entstehen schließlich Briefpapier, Umschläge, Grußkarten und Schultüten als Unikate oder in Kleinstserien.

Dieses Handwerk als Mittelpunkt ist sehr gut geeignet für selbstständiges und begleitetes Arbeiten für Menschen mit verschiedensten Einschränkungen im feinmotorischen und kognitiven Bereich. Durch das Erleben sämtlicher Arbeitsschritte von der Materiallieferung bis zum Verkauf ist es möglich, den handwerklichen Prozess als eine Ganzheit zu verstehen, an der man selbst als Einzelner aktiv teilnimmt.

Eine weitere Technik, die zur Gestaltung der Schultüten verwendet wird, ist das Nass-in-Nass-Malen mit den darauf folgenden Arbeitsschritten des Wachsens, Bügelns und dem Aufmalen und Ausschneiden der Kreise, die schließlich auf die Schultüten-Rohkörper geleimt werden.
Der zweite Schwerpunkt dieser Werkstatt liegt auf dem gemeinsamen Alltagserleben, bei dem wir als Betreuerteam die Gruppe darin unterstützen, einander wahrzunehmen, in Beziehung zu treten und voneinander zu lernen.  Die begleitenden Angebote von Musik- und Maltherapie sowie Eurythmie werden in den Tagesablauf integriert und durch das Wertstatt-interne Angebot des Formenzeichens ergänzt.

Unsere Produkte kann man im Werkstattladen oder – nach Absprache – in der Werkstatt vor Ort erwerben.